Die Geschichte von Peine

 

 

 Hildesheimer Stiftsfehde

 
Der Peiner Burgpark

Am 18. März 1510 gab es einen Stadtbrand, bei dem ein großer Teil der Stadt vernichtet wurde. Es hieß "de stat, de kerke unde de vörborch to Peine al ut in ver stunden". Darüber hinaus begann bereits kurze Zeit später, 1518, die Hildesheimer Stiftsfehde, die bis 1523 dauern sollte und unter der Peine besonders zu leiden hatte. Einige Jahre lang war es zwischen der Stadt und dem Hildesheimer Bischof bereits zu Streitigkeiten um zusätzliche Steuern und an den Stiftadel verpfändete Rechte gekommen. Im Januar 1518 verbündete sich Bischof Johann von Hildesheim mit Herzog Heinrich von Lüneburg-Celle gegen Bischof Franz von Minden und Herzog Erich I. von Calenberg. Der offene Kampf begann 1519. Im Juni desselben Jahres kam es schließlich zur ersten Belagerung Peines. Nach dem ersten Angriff brannte der Südteil der Stadt ab, später stand die ganze Stadt in Flammen, doch die Burg konnte gehalten werden. Insgesamt wurde die Peiner Burg drei Mal jeweils für einige Monate belagert. Die zweite Belagerung erfolgte im Herbst 1521, die dritte im Sommer 1522. Die Burg Peine konnte zwar jedes Mal verteidigt werden (das so genannte „Eulennest“ wurde als uneinnehmbar bezeichnet), doch überstand sie die Angriffe nicht unbeschädigt. "Aus Gottes Gnad und Hülf allein, hat festgehalten das Haus Pein".

Im Juli 1967 stieß man bei Arbeiten zur Verlegung einer Fernheizleitung am Marktplatz auf menschliche Schädel und Knochen, gefallene und verscharrte Braunschweiger Söldner, die in der Stiftsfehde 1521 die Burg vergeblich gestürmt hatten.

Der Friedensschluss („Quedlinburger Rezess“) im Mai 1523 führte dazu, dass dem Hildesheimer Bischof nur noch das „kleine Stift“ blieb, wozu Peine gehörte. Da Bischof Johann für die Kriegskosten aufkommen musste, ging Peine 1526 in den Pfandbesitz der Stadt Hildesheim über. Nach dem Tod Hans Wildefüers, Hildesheimer Bürgermeister und Anführer der katholischen Partei 1541, entschied sich der Rat der Stadt Hildesheim am 27. August 1542, der lutherischen Lehre zu folgen. Da die Stadt Hildesheim Pfandinhaber Peines war, wurde gleichzeitig die Reformation in Peine durchgeführt. Im Jahre 1553 wurde Peine wieder an das Hildesheimer Hochstift zurückgegeben.

Stadtbrand

Am 15. Mai 1557 kam es zu einem weiteren verheerenden Stadtbrand, bei dem das Rathaus und auch die auf dem Marktplatz stehende Pfarrkirche St. Jacobi zerstört wurden. Alle Urkunden der Stadt wurden dabei vernichtet. Die Geschichte Peines vor 1600 lässt sich deshalb fast ausschließlich aus Hildesheimer und Braunschweiger Urkunden rekonstruieren.

1592 brannten erneut 66 Häuser nieder.

Der Dreißigjährige Krieg

Im Jahr 1623 wurde im Rahmen des Dreißigjährigen Kriegs erstmals im heutigen Niedersachsen gekämpft, weshalb man sich auch in Peine auf Kampfhandlungen vorbereitete. Darum wurde eine hildesheimsche Kompanie in Peine stationiert. Die Wallanlagen und der Stadtgraben wurden ausgebessert. Ab 1625 fanden erste Kämpfe im Hildesheimer Stiftsgebiet statt, Peine wurde im August 1626 für kurze Zeit von den dänischen Truppen König Christians IV. besetzt. Graf von Tilly belagerte Peine und nahm es noch im August 1626 ein, bevor Tilly Christian bei Lutter am Barenberge schlug. Bis zum Sommer 1627 verlegte Tilly sein Hauptquartier nach Peine, was für die Stadt zusätzlichen Schutz bedeutete. Außerdem beließ er Peines protestantische Konfession.

1628 wurde ein kaiserlicher Beschluss erlassen, der die Gegenreformation durchsetzen sollte. In diesem Jahr kam auch Friedrich Spee von Langenfeld im kaiserlichen Auftrag und blieb bis 1629, als ein Mordanschlag auf ihn verübt wurde. Die Peiner Bürger hatten die Wahl, den katholischen Glauben anzunehmen oder nach drei Monaten die Stadt zu verlassen. Zahlreiche Bürger verließen Peine. Ihren Grundbesitz hatten sie zuvor verkaufen müssen.

1632 kam es abwechselnd zu Besatzungen durch schwedische und katholische Truppen in Peine, woraufhin Friedrich Ulrich von Braunschweig um Hilfe gebeten und dadurch als Lehnsherr anerkannt wurde. Im Sommer 1633 wurde Peine erneut belagert und schließlich von Wolfenbütteler Truppen unter Verstärkung aus Goslar und Hildesheim am 28. Juli 1633 erobert. Wenige Tage später wurde Peine an Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig übergeben. Die Gegenreformation war mit der Einnahme durch protestantische Truppen beendet, und die Glaubensflüchtlinge von 1628 kehrten zu einem Großteil zurück. 1637 ließ Herzog August von Braunschweig erneut Befestigungsanlagen einrichten. Bis 1642 war das Große Stift Hildesheim unter Braunschweiger Kontrolle. 1642 wurde mit dem „Goslarer Akkord“ Frieden geschlossen, die Welfen gaben die Stadt Peine zurück an das Hochstift. Abgesehen von weiteren Einquartierungen in Peine und von Hildesheim geforderten Zahlungen war der Krieg für das nun bankrotte Peine beendet.

18. Jahrhundert

1756 kam es zwischen Frankreich und Großbritannien in den Kolonien zum Siebenjährigen Krieg. Durch die Bündnisse auf beiden Seiten wurde auch Peine in den Konflikt verwickelt. 1757 und 1758 wurde es von Franzosen besetzt. Bis 1763 musste Peine die Kriegsparteien – sowohl die Franzosen als auch Braunschweig – mit Geld und Arbeitskräften (unter anderem zum Festungsbau) unterstützen. Am Ende des Krieges war das Stift Hildesheim hoch verschuldet.

Nach der französischen Revolution 1789 verbündeten sich 1792 Preußen und Österreich gegen Frankreich. Daraufhin ziehen 1792 und 1793 preußische Truppen durch Peine. 1802 kommt es zu einer Besetzung des Hildesheimer Stiftsgebiets durch die Preußen, ein Jahr später wird Peine eine preußische Stadt. Die kirchlichen Fürstentümer verlieren wegen der Säkularisation im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses ihre Macht.

19. Jahrhundert

 
Das alte Rathaus von 1827 auf dem Marktplatz

Das ehemals umkämpfte Peiner Schloss wurde wegen Verschlechterung der Bausubstanz baufällig. 1803 wurde der Abbau begonnen, 1816 war schließlich auch das letzte Gebäude abgerissen. Zudem wurde, da sich weitere Reparaturen am Rathaus nicht mehr lohnten, auch dieses Gebäude 1827 für 240 Reichstaler auf Abbruch verkauft und an gleicher Stelle am Marktplatz – teilweise mit den alten Steinen – ein neues Rathaus erbaut.

Infolge der Niederlage Preußens bei Jena und Auerstedt 1806 fiel Peine an das Königreich Westfalen unter Jérôme Bonaparte. Deshalb wurde auch die Verwaltung nach französischem Vorbild umgestaltet. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 löste sich dieses Königreich jedoch wieder auf. Am 1. Mai 1815 wurde Peine Teil des Königreiches Hannover. Damals war Peine ein Ackerbürgerstädtchen von 2.300 Einwohnern. Dieses wurde 1866 nach dem Deutschen Krieg von Preußen annektiert. Damit war nun auch Peine Teil einer preußischen Provinz.

Die Stadt blühte auf mit der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Industrialisierung, ausgelöst durch die Gründung des Peiner Walzwerkes im Jahre 1872.

Aufstieg der Wirtschaft

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann ein großer Wandel der bis dahin vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Stadt Peine zum Industriestandort. Bereits 1844 wurde die Bahnlinie Hannover–Peine–Braunschweig fertiggestellt, denn man erhoffte sich durch den Bahnanschluss wirtschaftlichen Aufschwung. Nachdem 1855 ein Eisenerzlager in Groß Bülten bei Ilsede entdeckt wurde, kam die Gründung der Ilseder Hütte 1858, einer Eisenhütte, hinzu. Dieser Roheisenlieferant stellte eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung Peines dar. In enger Zusammenarbeit wurde 1872 die Aktiengesellschaft Peiner Walzwerk gegründet. Das neu gebaute Walzwerk nahm bereits 1873 den Betrieb auf, hatte jedoch die ersten Jahre unter der beginnenden Wirtschaftskrise zu leiden.

Um die Zukunft der Eisenindustrie zu sichern, betrieb Gerhard Lucas Meyer 1880 den Zusammenschluss von Hütte und Walzwerk. Ziel war der Aufbau eines Thomas-Stahlwerks zur Veredelung des phosphorreichen Ilseder Eisens. Durch das Thomas-Verfahren veredeltes Ilseder Eisen wurde als Peiner Stahl überall konkurrenzfähig. Peine nahm infolgedessen einen rasenden Aufschwung, und bis 1891 wurden zwei weitere Walzwerke eröffnet. Durch das Wirtschaftswachstum und den damit verbundenen Bevölkerungszustrom wuchs und gedieh die Stadt.

20. Jahrhundert

Der wirtschaftliche Aufschwung des vorigen Jahrhunderts wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Peine war nicht direkt von Kampfhandlungen betroffen, aber die Deutsche Inflation 1914 bis 1923 und die Weltwirtschaftskrise machten der Wirtschaft der Stadt zu schaffen. Dennoch konnte ein weiterer Ausbau der Infrastruktur erfolgen. So wurde 1919 bis 1922 die Stromversorgung errichtet, und von 1921 bis 1929 erfolgte der Bau des Mittellandkanals für den Kohletransport der Wirtschaft. 1935 und 1936 wurde die jetzige Bundesautobahn 2 gebaut.

Im Laufe der „Reichspogromnacht“ wurde am 10. November 1938 die Synagoge von 1907 in der Bodenstedtstraße in Brand gesteckt und zerstört. Hans Marburger, Sohn eines jüdischen Kaufmanns, wurde in dem Gebäude niedergeschossen und verbrannte. Ihm zu Ehren wurde ein Teil der Straße später in Hans-Marburger-Straße umbenannt. Auf dem Platz der ehemaligen Synagoge befindet sich die zentrale Gedenkstätte, an der alljährlich am Jahrestag der „Reichskristallnacht“ Kränze niedergelegt werden.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden das zur Rüstungsproduktion genutzte Walzwerk und die benachbarten Mineralölwerke mehrmals bombardiert, wobei es insgesamt etwa 50 Tote gab. Der Wiederaufbau dauerte noch bis 1951. Am 9. April 1945 wurde die Peiner Innenstadt mit leichten Bomben angegriffen, bei der es Tote und Gebäudeschäden gab. Tags darauf wurde die Stadt kampflos an amerikanische Truppen übergeben. Dadurch konnten größere Opfer und Zerstörungen vermieden werden.

Kurz nach dem Einmarsch der Alliierten in Peine rollte Mitte Mai 1945 ein beladener Munitionszug durch den Peiner Bahnhof. Ein Bahnarbeiter bemerkte im Bahnhofsbereich, dass Rauch aus einem Waggon stieg; er konnte den Lokführer warnen und koppelte mehrere Waggons ab, darunter auch den qualmenden Güterwagen. Der restliche Güterzug fuhr weiter in Richtung Hannover, der abgekoppelte Zugteil explodierte auf der Fuhsebrücke kurz vor der Horst. Die Explosion war so stark, dass in der Stadt Scheiben zu Bruch gingen, Dachziegel von den Dächern gedrückt wurden und dass Töpfers Mühle größtenteils zerstört wurde. Zu allem Unglück – die Dächer waren noch nicht wieder gedeckt – wurde die Stadt am nächsten Tag von einem Unwetter überrascht. Die Alliierten verhafteten den Bahnarbeiter, weil sie Sabotage vermuteten. Er wurde aber bald wieder freigelassen.

1946 wurde Niedersachsen als Teil der britischen Besatzungszone gebildet. Peine gehörte von da an zum Regierungsbezirk Hildesheim. Wegen der vielen Flüchtlinge verzeichnete die Stadt zwischen 1939 und 1950 einen Bevölkerungszuwachs von etwa 10.000 Menschen. Zur Zeit des Wirtschaftswunders wurden viele städtische Projekte und Straßenbauten verwirklicht. Durch die Gebietsreform 1974 wurden 14 zuvor selbstständige Dörfer und Gemeinden eingemeindet. Peine gehörte seitdem zu dem am 31. Dezember 2004 aufgelösten Regierungsbezirk Braunschweig.

 
Das Peiner Elektrostahlwerk

Die Stahlkrise 1975 hatte den Niedergang von etlichen Industriebetrieben in Peine zur Folge. Von 23.000 Arbeitsplätzen gingen mehr als 10.000 verloren. Die Ilseder Hochöfen wurden 1983 stillgelegt. Der Stadt Peine drohte der Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage. Bis in die 1980er Jahre hinein wurden Arbeitsplätze abgebaut, und es fand ein Wandel der Industrie zu zukunftsorientierten Branchen statt. Die Stahlindustrie konnte sich wieder erholen, auch wenn heute nicht mehr so viele Arbeiter im Stahlwerk beschäftigt sind wie in der Blütezeit des Peiner Stahls. Die Salzgitter AG baute das Peiner Werk im November 1994 zu einem der modernsten Elektrostahlwerke Europas um (Peiner Träger GmbH).

Entwicklung der Einwohnerzahl

In der Kernstadt Peines wohnen 25.389 Menschen, davon sind 13.275 (52,3 Prozent) weiblich und 12.114 (47,7 Prozent) männlich (Stand 31. Oktober 2004). Darunter sind 14,1 Prozent Ausländer, die hauptsächlich in der Südstadt und nahe dem Walzwerk wohnen. Die Ausländer in Peine stammen überwiegend aus der Türkei. Die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beträgt rund 33 Prozent und ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Das Durchschnittsalter beträgt etwa 47,6 Jahre.

Rund 55 % der Bewohner sind evangelisch, 13 % römisch-katholisch. Neben den beiden großen Kirchen gibt es außerdem auch jeweils eine Gemeinde der Baptisten, der Siebenten-Tags-Adventisten, der Zeugen Jehovas und der Neuapostolischen Kirche.

Der Aufstieg der Wirtschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zu einem rasanten Bevölkerungswachstum von 3.823 Einwohnern im Jahre 1852 auf 15.421 Einwohner 1900. Durch Zuzug von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt 1954 bereits 28.918 Einwohner. Die Anzahl von 49.893 nach der Gebietsreform 1974 ist bis heute etwa gleich geblieben.

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1987 handelt es sich meist um Volkszählungsergebnisse, danach um amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter oder der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1852 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung".

 
Einwohnerentwicklung 31.12.1987-31.12.2008

Jahr Einwohner
3. Dezember 1852 ¹ 3.823
3. Dezember 1864 ¹ 4.285
1. Dezember 1890 ¹ 10.115
2. Dezember 1895 ¹ 12.600
1. Dezember 1900 ¹ 15.421
1. Dezember 1905 ¹ 16.500
1. Dezember 1910 ¹ 16.667
1. Dezember 1916 ¹ 14.110
5. Dezember 1917 ¹ 14.092
8. Oktober 1919 ¹ 16.014
16. Juni 1925 ¹ 17.111
16. Juni 1933 ¹ 17.763
17. Mai 1939 ¹ 18.292
 
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 23.644
13. September 1950 ¹ 27.404
6. Juni 1961 ¹ 29.879
27. Mai 1970 ¹ 31.226
31. Dezember 1975 49.450
31. Dezember 1980 47.591
25. Mai 1987 ¹ 45.780
31. Dezember 1990 46.654
31. Dezember 1991 47.225
31. Dezember 1992 47.784
31. Dezember 1993 48.105
31. Dezember 1994 48.507
31. Dezember 1995 49.024
Jahr Einwohner
31. Dezember 1996 49.285
31. Dezember 1997 49.256
31. Dezember 1998 49.201
31. Dezember 1999 49.354
31. Dezember 2000 49.494
31. Dezember 2001 49.499
31. Dezember 2002 49.583
31. Dezember 2003 49.767
31. Dezember 2004 49.810
31. Dezember 2005 49.884
31. Dezember 2006 49.770
31. Dezember 2007 49.516
31. Dezember 2008[7] 49.188

¹ Volkszählungsergebnis

 

 

Die Gründung

 
Gründer Gunzelin von Wolfenbüttel als Bronzestatue in der Fußgängerzone

Eine Urkunde von 1130 erwähnt zum ersten Mal Berthold von Pagin, der ein Ministeriale des römisch-deutschen Königs Lothar III. war. Vermutlich ließ er die Peiner Burg in dieser Zeit erbauen. Dementsprechend wurde der Name Peine wahrscheinlich von Pagin abgeleitet. Das genaue Gründungsjahr der Burg ist auf Grund fehlender Urkunden allerdings nicht mehr feststellbar, so dass deren Erbauung auch schon früher erfolgt sein könnte.

Für das Jahr 1202 berichtet das Chronicon Hildesheimense über eine Fehde zwischen dem Bischof Hartbert von Hildesheim und den Brüdern Ekbert und Gunzelin von Wolfenbüttel, Feldherr Kaiser Ottos IV. Gunzelin geht aus dieser Fehde siegreich hervor und erreicht die Belehnung mit Burg und Grafschaft Peine durch Bischof Hartbert.

Auf einer Landzunge südlich dieser Burg gründete er die eigentliche Stadt Peine um 1220, vermutlich bereits im Jahr 1218. Seit 1223 hat Peine Stadtrechte. Unter anderem geht das Peiner Wappen auf Gunzelin zurück. 1256 erobert Herzog Albrecht von Braunschweig-Lüneburg die Stadt. Die Söhne Gunzelins verloren nach dem Tod des Vaters das Lehen Peines bereits 1260 wieder an das Hochstift Hildesheim; Otto I. von Braunschweig-Lüneburg, Bischof von Hildesheim 1260–1279, gibt Graf Wedekind von Poppenburg die Burg, Stadt und Grafschaft Peine zum Lehen. Dadurch gehörte Peine endgültig zum Einflussbereich des Bistum Hildesheim und wurde gleichzeitig Marktort.

Ab 1260 besaß Peine das Münzrecht und war mit Unterbrechungen bis 1428 eine Münzstätte Hildesheims. 1954 und 1956 wurden in Peine (Stederdorfer Straße und am Horstweg) einige der größten mittelalterlichen Silberschätze Deutschlands gefunden. Es handelt sich um 95 flache, runde und zum Teil halbierte Silberbarren, einige von ihnen sind handtellergroß. Das Gesamtgewicht des Schatzes beträgt 7,5 Kilogramm. Geprägt wurden die Silberstücke vermutlich im 14. Jahrhundert. Einige weisen das Wappen von Hildesheim, Hannover, des Braunschweiger Löwen und andere bisher noch nicht zugeordnete Prägungen auf. Der Fund ist ein Hinweis darauf, dass es der Stadt damals wirtschaftlich gut ging und die Peiner Kaufleute viel Einfluss hatten.