Hat ein neues Kalenderjahr begonnen, so heißt es im Volksmund:
Während dieser kriegerischen Handlungen litt die aufblühende Stadt mit ihren Siedlungen große Not. Sie wurde immer wieder von fremden Truppen besetzt. Die Burg selbst hielt den vielen Anstürmen stand, denn sie hatte ja eine ständige Besatzung, während der Stadt keine Söldner zur Verteidigung zur Verfügung standen.
Aus dieser Notlage heraus traten etwa um 1300 erstmalig die männlichen Bürger der Stadt zusammen, um eine Schützenbrüderschaft zu gründen. Ihre Aufgabe sollte es sein, bei Notständen auf freiwilliger Grundlage zusammenzukommen. Das Ziel war, Angriffe von außen her abzuwehren und gegen innere Unruhen und Feuersbrünste einzuschreiten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es zu einer selbstverständlichen Bürgerpflicht, auch in ruhigen Zeiten sich mehrmals im Jahr zu bestimmten Übungen einzufinden. Man sprach von einem
Es beginnt allerdings schon am Freitag mit der Eröffnung des von vielen Schaustellern umworbenen Festplatzes am Nachmittag und einem Höhenfeuerwerk am Abend. Den Abschluß bildet dann am Dienstagabend der Königseinzug mit vielen Fackeln und den in den Stadtfarben grün/rot illuminierten Häusern in den Straßen und auf dem historischen Marktplatz.
Eine Besonderheit ist es, daß hier in Peine nicht eine, sondern gleich sieben Korporationen (Vereine) dieses Fest feiern. Dies ist die Ausgangsbasis dafür, daß das Fest von der ganzen Bevölkerung gefeiert wird, denn alle Gesellschaftsschichten sind vertreten. Das erst gibt den Zusammenhalt.
Als man im letzten Jahrhundert anfing, Bräuche aufzufrischen und zu dokumentieren, tat man dies in der Meinung, sie seien größtenteils dem Untergang geweiht. Man glaubte, daß sie in der modernen Zeit und Gesellschaft keinen Platz mehr finden könnten.
Heute weiß man, daß diese Auffassung falsch war. Bräuche wandeln sich und verschwinden wohl auch, aber werden dann durch neue ersetzt oder ergänzt. Ohne Bräuche geht es offenbar nicht.
Bräuche: das sind festliche Markierungen, die bestimmte Tage aus dem Gang des Gewohnten herausheben – besondere Stationen im Leben des einzelnen, Wendepunkte im Rhythmus des Jahres, Gedenkdaten, bedeutsame Ereignisse in der Geschichte einer Stadt oder eines Landes.
Es gibt kaum eine Gemeinde, die nicht ihren besonderen Tag oder Veranlassung hat, in Bräuchen und Festen sich selbst zu feiern und sich ihrer Zusammengehörigkeit zu versichern. Diese besonderen Tage sind wichtig für die Identität eines Ortes, um es mit einem gängigen Schlagwort zu sagen – oder einfacher: Sie bieten ein Stück Heimat.
Aber haben Fremde dann überhaupt etwas dabei verloren? Der Einwand soll nicht heruntergespielt werden. Manchmal droht das Eigene und Eigentümliche tatsächlich unter dem Andrang der Massen zu verkümmern und manche Veranstalter unterliegen dem Rekorddenken, das den Erfolg nur an der Zahl der Besucher mißt.
Aber sie auszuschließen ist unmöglich, und es würde auch dem Charakter des Festbrauches widersprechen. Er hat schon immer eine Show-Seite gehabt.
Im Brauch zeigt eine Gruppe oder eine ganze Stadt, was sie ist und was sie darstellt –sie braucht die Zustimmung und die Begeisterung der Zuschauer. Geteilte Freude ist auch hier doppelte Freude
Peiner Freischießen kann man nicht erklären, man muß es erleben.